Freie Demokraten fordern Maßnahmen für Corona-freie Raumluft in Mildstedts Klassenräumen

Noch bevor die FDP-Bundestagsfraktion Ihren Antrag für ein Bundesinvestitionsprogramm für mobile Luftreinigungsanlagen für Schulen öffentlich machte, haben die Freien Demokraten in Mildstedt einen Antrag für die am 12.11.2020 stattfindende Sitzung der Gemeindevertretung eingereicht, um zu erreichen, dass „unverzüglich Maßnahmen zur Entfernung von ausgeatmeten, möglicherweise Corona-übertragenden Aerosolen aus der Raumluft in genutzten Klassen- und Fachräumen der Grund- und Gemeinschaftsschule Mildstedt“ ergriffen werden.

Dazu erklärte der Vorsitzende der FDP-Fraktion Mildstedt Rüdiger Kohls:
„Uns haben die steigenden Infektionszahlen in Nordfriesland und die Schließung der Grundschul-Außenstelle in Horstedt mit Sorge erfüllt. Während viele Unternehmen bereits Luftreinigungsanlagen im Rahmen ihrer Hygienekonzepte nutzen, können wir nicht länger untätig bleiben. Zum Schutz von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und dem Schulpersonal muss die Gemeinde als Schulträger jetzt handeln und wir unserer Fürsorgepflicht nachkommen. Uns ist wichtig, dass den Schülern weiterhin ein sicherer Schulbesuch ermöglicht wird, soweit es der Infektionsschutz vernünftigerweise zulässt. Dazu legen wir der Gemeindevertretung zwei Modelle zur Entscheidung vor: Entweder mobile Luftreinigungsanlagen mit HEPA-Filterung der notwendigen Schutzklasse anzumieten bzw. zu erwerben oder Materialien für den Aufbau von Low-Cost-Lüftungsanlagen nach dem Muster des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz aus dem örtlichen Baufachhandel zu beschaffen und den Aufbau nach der veröffentlichten Anleitung des MPI zu organisieren.“

Hintergrund: Neben der Anordnung der Maskenpflicht soll nach fachlichen Empfehlungen regelmäßiges Stoßlüften der Klassenräume über mindestens 20 Minuten die möglicherweise mit infektiösen Aerosolen aus der Atemluft versehene Raumluft gegen saubere Außenluft austauschen. Problem dabei ist, dass die Raumwärme dabei auch entweicht und die neue unverbrauchte Luft wieder erwärmt werden muss, was sehr viel zusätzliche Energie verbraucht und die Gefahr von Erkältungskrankheiten bei Schülern und Lehrkräften erhöht. Das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz hat in Zusammenarbeit mit der Integrierten Gesamtschule Mainz-Bretzenheim einen Musteraufbau einer Lüftungsanlage für Klassenräume mit Materialien aus dem Baumarkt entwickelt. Mit einer Investition von ca. 200 Euro pro Raum sollen dabei nachgewiesen bis zu 90% der Aerosole in der Raumluft durch Ausnutzung der natürlichen Konvektion der Schüler und Lehrer durch eine einfache Fensteröffnung abgeführt werden können.

„Dies stellt eine kostengünstige und ggf. mit dem örtlichen Handwerk sicher kurzfristig zu realisierende Maßnahme gegenüber der Anmietung oder dem Erwerb von mobilen Luftreinigungsanlagen dar, für die zuvor eine Ausschreibung durchgeführt werden müsste und für die es Fördermittel geben könnte, wenn die Initiative der FDP-Bundestagsfraktion Erfolg hat. Die Entscheidung darüber stellen wir der Gemeindevertretung aber bewusst anheim – auch, ob wir dieses ggf. auf unsere KiTas ausweiten können“, erklärte Rüdiger Kohls abschließend.

Antrag der FDP-Fraktion in der Gemeindevertretung Mildstedt

Link: Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz: https://www.mpic.de/4770837/eine-lueftungsanlage-fuer-schulen-zum-selberbauen